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Altenas Geschichte: Burg und Drahtstadt an der Lenne

Altenas Stadtgeschichte ist eng mit zwei Kräften verbunden: der Burg über der Lenne und dem Draht, der in den Tälern der Umgebung hergestellt und gehandelt wurde. Die Höhenanlage prägte den Ort als Sitz wechselnder Herrschaft und später als Amtsburg. Zugleich lieferten Bäche und Flüsse die Wasserkraft für ein Gewerbe, aus dem eine bedeutende Drahtindustrie hervorging. Burg, Tallage und Arbeitswelt gehören deshalb gemeinsam zur Geschichte Altenas.

Wappen von Altena Wappen von Altena Foto: Wappen von Altena

Die Burg und die Herrschaft im Lennetal

Die Mauern der Burg Altena reichen vermutlich bis um 1100 zurück. Im 12. Jahrhundert ist die Grafenlinie fassbar: Eberhard I. von Berg führte spätestens 1161 den Titel Graf von Altena. Nach der Erbteilung unter seinen Söhnen im Jahr 1173 verlagerten sich Wohnsitze und Machtzentren. Altena verlor den Rang einer Stammburg und diente vor allem als Amtsburg, in der Drosten und Verwalter wirkten. Die Anlage blieb damit Teil der regionalen Verwaltung, auch als sie ihre frühere Bedeutung als Wohnsitz der Grafen einbüßte.

Im Mittelalter war die Burg Schauplatz der Auseinandersetzungen in der Region. 1323 ließ Graf Engelbert II. von der Mark den Bischof von Münster dort gefangen setzen. Ein Brand beschädigte die Anlage 1455. Mit dem Wandel der Wehrtechnik verlor die Burg an militärischer Bedeutung und verfiel zunehmend. In späteren Jahrhunderten erhielten ihre Räume andere Aufgaben: Teile wurden als Gericht, Gefängnis, Armen- und Waisenhaus sowie zeitweise als Krankenhaus genutzt. Diese wechselnden Nutzungen spiegeln, wie ein ehemaliger Herrschaftssitz auf veränderte Bedürfnisse im Ort reagierte. Herrschaft und spätere Umnutzung verbinden sich so in der Geschichte der Burg Altena.

Draht aus dem Lennetal

Seit dem 16. Jahrhundert wird in Altena und der Region Draht gezogen. Das dafür geeignete Osemundeisen ließ sich zu feinem Draht verarbeiten. Zunächst formten Handwerker den Werkstoff mühsam von Hand; entlang der Bäche und Flüsse entstanden Drahtrollen, deren Arbeit sich mit der Zeit zu einer industriellen Produktion entwickelte. Wasserkraft, die Kenntnisse der Drahtzieher und die Verfügbarkeit von Rohstoffen trugen zu diesem Wandel bei. Draht wurde in immer mehr technischen und alltäglichen Gegenständen eingesetzt und verband die Betriebe Altenas mit Märkten weit über das Lennetal hinaus. Die Entwicklung von Handwerk zu Industrie prägt bis heute das Bild Altenas als Drahtstadt.

Auch der Handel hinterließ Spuren in der Landschaft. Der historische Drahthandelsweg führt über rund 32 Kilometer durch das märkische Sauerland und verbindet Altena mit Lüdenscheid und Iserlohn. Auf dieser Route transportierten Reidemeister Drahtrollen mit Pferdekarren oder zu Fuß zu den Orten der Weiterverarbeitung. Der Drahthandelsweg macht diese wirtschaftlichen Verbindungen als Teil der Regionalgeschichte verständlich.

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Geschichte im heutigen Stadtbild

Die Lage Altenas zeigt, wie Burg und Gewerbe den Ort unterschiedlich prägten: Die Burg erhebt sich über dem engen Tal, während Siedlung, Lenne und frühere Arbeitsstätten nahe beieinander liegen. Das Deutsche Drahtmuseum widmet sich Herstellung, Technik und Verwendung des Werkstoffs. Historische Drahtrollen und Industrieanlagen in der Umgebung erinnern an die Arbeit entlang der Wasserläufe.

Wer die Sehenswürdigkeiten in Altena besucht, kann die Geschichte der Burg und die Entwicklung des Drahtgewerbes als zwei unterschiedliche, miteinander verbundene Kapitel kennenlernen. Beim Entdecken der Stadt Altena erschließt sich auch der heutige Stadtraum, dessen Verlauf von der Tallage an der Lenne geprägt ist. So wird sichtbar, wie aus einer Burgsiedlung und einem handwerklichen Gewerbe ein Ort mit einer bis heute erkennbaren industriellen Identität entstand.