Attahöhle
Die Attahöhle in Attendorn verbindet die Erdgeschichte des Sauerlands mit einem gut planbaren Höhlenbesuch. Auf einem geführten Rundgang erleben Sie Tropfsteine und die besondere Atmosphäre eines unterirdischen Karstsystems. Die Höhle wurde 1907 im Zusammenhang mit dem Kalkabbau entdeckt und zählt zu den bekanntesten Schauhöhlen der Region.
Tropfsteinhöhle mit prachtvollen Gesteinsformationen
Foto: picman2 auf Pixabay
Wie Tropfsteine im Kalkstein entstehen
Die geologische Grundlage reicht weit zurück: Im Devon lagerten sich in einem Meer Kalkschalen und Reste von Meereslebewesen ab. Über lange Zeit verfestigten sich solche Ablagerungen zu Kalkstein. Später drang kohlensäurehaltiges Wasser durch feine Klüfte und Schichtfugen in das Gestein ein. Es löste einen Teil des Kalks und erweiterte vorhandene Risse allmählich zu Spalten und Hohlräumen. Dieser Prozess der Verkarstung formte unterirdische Gänge und Räume.
Auch Tropfsteine entstehen durch Wasser. Regenwasser nimmt auf seinem Weg durch Boden und Gestein Kohlendioxid auf und löst geringe Mengen Kalk. Gelangt es in einen Hohlraum, gibt es Kohlendioxid ab; ein Teil des Kalks lagert sich wieder ab. So wachsen über lange Zeit Sinterformen. Von der Decke herabhängende Tropfsteine heißen Stalaktiten, vom Boden aufragende Stalagmiten. Wo beide zusammenwachsen, entsteht eine Säule. Die Formen bilden sich langsam und bleiben empfindlich.
Entdeckung und Entwicklung zur Schauhöhle
Die Entdeckung der Attahöhle fiel in eine Zeit, in der im Biggetal Kalkstein gewonnen wurde. Bei Arbeiten im Steinbruch öffnete sich 1907 der Zugang zum Höhlensystem. Mit einem Zugangsstollen wurde später ein Besucherweg angelegt. Der Name erinnert an Fürstin Atta, eine Gestalt aus der regionalen Überlieferung, deren Name auch mit Attendorn verbunden ist. Die Höhle macht damit sowohl die geologische Geschichte des Kalkgebiets als auch die spätere Erkundung und Nutzung unter Tage anschaulich.
Das Höhlensystem ist insgesamt rund 6.670 Meter lang; etwa 1.800 Meter davon sind für Besucher zugänglich. Diese Zahlen beschreiben unterschiedliche Bereiche: Die Gesamtlänge umfasst das unterirdische System, während der zugängliche Abschnitt den Rundgang betrifft. Die Attahöhle gehört zu den sechs unterschiedlichen Zielen im Überblick über Höhlen im Sauerland. Dort lässt sie sich mit weiteren Höhlenorten vergleichen, die eine andere geologische oder kulturelle Nutzungsgeschichte haben.
Führung und Bedingungen im Höhleninneren
Der Besuch findet im Rahmen einer Führung statt. Für den Rundgang werden etwa 40 Minuten angesetzt. Im Höhleninneren herrschen ganzjährig ungefähr 9 °C; eine zusätzliche warme Kleidungsschicht ist deshalb auch an milden Tagen angenehm. Die konstante Temperatur unterscheidet den Aufenthalt deutlich vom Wetter draußen. Die Tropfsteinformationen gehören zum empfindlichen Höhlenraum und bleiben am besten geschützt, wenn sie unberührt bleiben.
Die Attahöhle ist eine von mehreren Höhlen mit Besucherangeboten im Sauerland. Die Dechenhöhle bei Iserlohn-Letmathe verbindet ihren geführten Rundgang mit einem Höhlenmuseum. Die Balver Höhle im Hönnetal ist dagegen vor allem als offener Kultur- und Veranstaltungsraum bekannt. Ein Vergleich dieser Orte zeigt, wie verschieden Höhlen je nach Zugang, Landschaft und Nutzung erlebt werden.
Wenn Sie den Höhlenbesuch mit weiteren Eindrücken in Attendorn verbinden oder einen mehrtägigen Aufenthalt planen, bietet der Überblick zu Unterkünften in Attendorn eine passende Orientierung. Die Stadt, der nahe Biggesee und die Höhle erschließen unterschiedliche Seiten des südlichen Sauerlands.