Geschichte von Sundern
Die Geschichte Sunderns reicht über die heutige Kernstadt hinaus: Das Stadtgebiet umfasst viele Orte mit eigener Entwicklung. Seine heutige kommunale Form erhielt Sundern am 1. Januar 1975, als 19 zuvor selbstständige Gemeinden zur Stadt Sundern (Sauerland) zusammengeschlossen wurden. Der Weg dorthin begann mit der kommunalen Neugliederung in Nordrhein-Westfalen und prägte Verwaltung und Zusammenleben der Orte.
Kath. Pfarrkirche St. Johannes in Sundern
Frühe Siedlungen und regionale Arbeit
Die heutigen Ortsteile sind unterschiedlich alt. Hachen erscheint bereits 793 in einem Güterverzeichnis des Klosters Wenden, Hellefeld wird 886 erstmals erwähnt und für Amecke liegt eine urkundliche Erwähnung aus dem Jahr 1165 vor. Diese frühen Belege zeigen, dass die Siedlungsgeschichte des heutigen Stadtgebiets lange vor der Bildung einer gemeinsamen Kommune begann. Auch Bergbau und Metallgewinnung prägten einzelne Orte: In Bönkhausen sind Bleigewinnungsanlagen aus der Zeit von 1450 bis 1870 sowie Eisen- und Silbererzgewinnung belegt. Der Erzbergbau in Endorf erlebte seine Blüte im 18. Jahrhundert. Seit 2004 macht ein Bergbauwanderweg bei Endorf die örtliche Bergbaugeschichte beim Wandern erlebbar. Die Arbeit im Revier hinterließ Spuren in Ortsgeschichte und Landschaft.
Vom Amtsgebiet zur kommunalen Neuordnung
Vor der Neugliederung gehörten die Gemeinden verschiedenen Ämtern und Verwaltungseinheiten an. Im Zuge der landesweiten Reform entstand der Vorschlag, die Gemeinde Sundern mit den Orten des Amtes Sundern, Teilen des Amtes Hüsten und vier Gemeinden des Amtes Freienohl zusammenzuführen. Der erste Gliederungsplan wurde 1967 bekanntgegeben. Die Neuordnung sollte die kommunale Verwaltung an veränderte Größen und Aufgaben anpassen; zugleich stellte sich für die einzelnen Orte die Frage, wie ihre gewachsenen Eigenheiten im neuen Zusammenschluss erhalten bleiben konnten.
Die Gemeinden verhandelten über die konkrete Ausgestaltung. Ein Neugliederungsausschuss und eine Arbeitsgemeinschaft mit Vertretern der beteiligten Orte begleiteten die Vorbereitung. Bei den ersten Beratungen standen die Sorge um örtliche Identität, die Nähe zur Verwaltung und mögliche wirtschaftliche Folgen im Raum. Der ausgehandelte Zusammenschluss verband daher eine gemeinsame Stadtverwaltung mit der fortbestehenden Bedeutung der Ortsteile und ihres Vereinslebens.
Die Stadt Sundern entsteht 1975
Mit Wirkung zum 1. Januar 1975 bildeten 19 Gemeinden die neue Stadt. Das Gebiet zählte damals 25.480 Einwohner. Die bisherigen Räte und Amtsvertretungen wurden durch die neue kommunale Struktur abgelöst. Bei der ersten Kommunalwahl am 23. Mai 1975 wurde eine Stadtvertretung gewählt; Franz-Josef Tigges übernahm erneut das Bürgermeisteramt. Hermann Willeke wurde erster Stadtdirektor. Ortsvorsteher vertraten die Belange der einzelnen Dörfer und Stadtteile gegenüber der Verwaltung.
Die neue Stadt entwickelte gemeinsame Zeichen und eine Verwaltung für das gesamte Gebiet. 1978 erhielt Sundern ein Wappen, ein Siegel und eine Flagge. Zugleich blieben die früheren Ortswappen vieler Gemeinden in Gebrauch. Die Geschichte der Stadt besteht deshalb auch aus den Geschichten ihrer einzelnen Ortsteile: Ihre Namen, Traditionen und Vereine bewahren lokale Bezüge innerhalb der gemeinsamen Kommune. Die Ortsteile und ihre unterschiedlichen Entwicklungen geben einen räumlichen Einblick in diese Vielfalt. Historische Bauwerke und Erinnerungsorte bündelt die Übersicht zu den Sehenswürdigkeiten in Sundern.
Stadtentwicklung und Wandel
Mit dem Zusammenschluss wuchsen die Aufgaben der Verwaltung. In den folgenden Jahren wurden in den Ortsteilen Wohngebiete geplant, Einrichtungen weiterentwickelt und die Kernstadt neu geordnet. Dazu gehörten das Schulzentrum, eine Fußgängerzone mit Geschäften und eine Umgehungsstraße zur Entlastung des Verkehrs. Die Umgestaltung der Innenstadt erstreckte sich über mehr als drei Jahrzehnte. Diese Veränderungen zeigen, wie aus vielen eigenständigen Gemeinden nach und nach ein gemeinsamer Verwaltungs- und Wirtschaftsraum wurde.
Die Stadtgeschichte der Stadt Sundern führt die kommunale Neuordnung und ihre örtliche Entwicklung weiter aus. Für die heutige Orientierung im Gemeindegebiet bietet die Stadtübersicht Sundern einen Einstieg.
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