Schmallenbergs Geschichte
Schmallenbergs Geschichte reicht von frühen Besiedlungsspuren über die mittelalterliche Stadtwerdung bis zum Wiederaufbau nach dem Brand von 1822. Historische Spuren liegen sowohl in der Kernstadt als auch in den Ortsteilen; die Stadt Schmallenberg erstreckt sich über ein weitläufiges Gebiet.
So fing alles an...
Frühe Besiedlung und die Smale Burg
Waffenfunde und Befestigungswälle auf dem Wilzenberg weisen auf eine frühe Besiedlung hin. 1072 wurde das Benediktinerkloster Grafschaft gegründet. Die Smale Burg, auf die der Name Schmallenberg zurückgeht, entstand vermutlich nach 1180 nahe der heutigen Kapelle auf dem Werth. Sie diente dem Schutz des Klosters und der Heidenstraße zwischen Köln und Kassel. Eine Urkunde aus Grafschaft nennt 1228 Alexander de Smalenburg. Die Heidenstraße machte Schmallenberg zu einem wichtigen Wegpunkt zwischen westfälischen Städten. Auch die Dörfer und historischen Orte im Stadtgebiet prägen die Geschichte von Schmallenberg und seinen Ortsteilen.
Stadtrecht und Fernhandel
Am 3. März 1244 verlieh der Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden Schmallenberg die Stadtrechte und erlaubte die Befestigung. Zu diesem Zeitpunkt führte die Stadt bereits ein eigenes Siegel und verfügte über ein städtisches Gremium. Die Stadtmauer mit drei Toren prägte das mittelalterliche Zentrum. Schmallenberger Hansekaufleute sind 1274 in London und 1312 im englischen Boston belegt. Die Lage an der Heidenstraße und der Handel mit Waren aus der Region verbanden die Stadt mit dem Fernhandel; auch Münzprägung gehörte zur wirtschaftlichen Bedeutung Schmallenbergs. Auf dem Marktplatz wurden unter anderem lokale Wollwaren gehandelt. Schmallenberger Handwerker und Kaufleute lieferten Waren, die über größere Handelsorte weitertransportiert wurden. Wer die historischen Spuren bei einem Besuch erkunden möchte, findet weitere Ziele bei den Sehenswürdigkeiten in Schmallenberg.
Stadtbrand und klassizistischer Wiederaufbau
Stadtbrände zerstörten 1608, 1732 und 1746 große Teile der Nachbarschaften. Beim Großbrand am 31. Oktober 1822 brannten 131 Häuser nieder; der südöstliche Teil mit dem Schmalen Haus blieb erhalten. Nach dem verheerenden Feuer wurde Schmallenberg nach einem klassizistischen Plan aus Arnsberg wieder aufgebaut. Das rechtwinklige, leiterartige Straßennetz und die gleichmäßig gestalteten Häuser prägen den historischen Stadtkern bis heute. Viele Fassaden und Dächer erhielten Schiefer und folgten einem einheitlichen Baustil. So unterscheidet sich das Zentrum sichtbar von einer unregelmäßig gewachsenen Altstadt. Die Sehenswürdigkeiten in Schmallenberg verbinden diese Architektur mit weiteren geschichtlichen Orten.
Industrialisierung und Krieg
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erhielt Schmallenberg eine Anbindung an das Eisenbahnnetz. Der Ausbau der Textilindustrie prägte Schmallenberg ab den 1850er Jahren zunehmend und löste das Kleineisengewerbe als führenden Industriezweig ab. Die Bahnverbindung unterstützte den Austausch mit anderen Städten und begünstigte die industrielle Entwicklung. Die Textilindustrie stellte zunehmend auf importierte Rohstoffe um; ihre Erzeugnisse fanden auch bei Arbeitern im Ruhrgebiet Absatz.
Im Zweiten Weltkrieg lag Schmallenberg im Gebiet des Ruhrkessels. Luftangriffe und Kämpfe mit amerikanischen Panzern forderten Soldaten- und zivile Opfer; außerdem wurden Infrastruktur und Gebäude schwer beschädigt. Filmaufnahmen amerikanischer Soldaten dokumentieren die Kriegsgeschehnisse in der Region. Die Geschichte des Orts setzt sich im heutigen Stadtleben fort: Radfahren, Schwimmen und weitere Aktivitäten in Schmallenberg führen Besucher auch zu den Ortsteilen.
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