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Geschichte von Lüdenscheid

Lüdenscheid wurde 1067 als „Luidolvessceith“ erstmals urkundlich erwähnt. Als Jahr der Stadtwerdung gilt 1268. Handel und Metallverarbeitung prägten die weitere Entwicklung; seit 1975 ist Lüdenscheid Sitz des Märkischen Kreises. Im Stadtbild verbinden sich mittelalterlicher Grundriss, spätere Bebauung und Spuren der Industriegeschichte.

Wappen der Stadt Lüdenscheid StephanieAlbert/Pixabay Foto: Lüdenscheid

Mittelalterliche Siedlung und Stadtwerdung

Die Urkunde von 1067 steht im Zusammenhang mit Einkünften, die der Kölner Erzbischof Anno II. dem Stift St. Georg in Köln übertrug. Siedlungsspuren im Raum Lüdenscheid reichen weiter zurück. 1114 begann Kaiser Heinrich V. mit dem Bau einer Burg als Stützpunkt in den regionalen Machtkonflikten. Bereits 1115 wurde die Anlage zerstört.

Unter Graf Engelbert I. von der Mark begann 1268 die Entwicklung zur befestigten Stadt. Rechte und Selbstverwaltung bildeten sich schrittweise aus. Ein Stadtrat ist 1287 erstmals belegt. Diese Jahreszahl bezeichnet somit eine Station der Stadtverwaltung; die Stadtwerdung hatte bereits zuvor eingesetzt.

Der ringförmige Grundriss der Altstadt ist auf dem Stadtplan von 1723 erkennbar. Gassen rund um die Erlöserkirche gehören zu den historischen Sehenswürdigkeiten Lüdenscheids. Ein Rundgang macht die räumliche Struktur des früheren Stadtkerns nachvollziehbar.

Metallverarbeitung und industrielle Entwicklung

Die Verarbeitung von Metall wurde zu einem wichtigen Wirtschaftszweig. Im 19. Jahrhundert gewann die industrielle Produktion an Bedeutung. Dazu gehörte auch die Verarbeitung von Aluminium durch den Unternehmer Carl Berg, dessen Arbeit mit der Entwicklung des Luftschiffbaus verbunden war. Nach starkem Bevölkerungswachstum wurde Lüdenscheid 1907 kreisfreie Stadt.

Im Stadtgebiet veranschaulicht der Bremecker Hammer frühere Arbeitstechniken der Metallverarbeitung. Die Leuchtenindustrie gehört zu den Wurzeln des heutigen Stadtprofils als „Stadt des Lichts“.

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Nationalsozialismus und Erinnerung

Während der nationalsozialistischen Herrschaft wurden auch in Lüdenscheid Menschen verfolgt. Zum örtlichen Verfolgungssystem gehörte das Arbeitserziehungslager Hunswinkel. Dort mussten Gefangene Zwangsarbeit leisten; Menschen starben an den Haftbedingungen und wurden ermordet. Ein Mahnmal an der Versetalsperre erinnert an die Opfer. Die Ge-Denk-Zellen im Alten Rathaus dokumentieren die lokale Geschichte der NS-Verfolgung.

Kreisstadt und heutiges Stadtgebiet

Seit 1975 ist Lüdenscheid Verwaltungssitz des damals neu gebildeten Märkischen Kreises. Neben der Innenstadt gehören unterschiedlich geprägte Ortsteile zum Stadtgebiet: Brügge und weitere Lüdenscheider Ortsteile eröffnen den Blick in die umliegenden Täler und auf deren Verkehrs- und Baugeschichte.

Wer Altstadt und Industriegeschichte an mehreren Tagen erkunden möchte, kann Unterkünfte in Lüdenscheid als Ausgangspunkt für die Besuche nutzen.