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Geschichte von Eslohe

Die erste urkundliche Erwähnung Eslohes stammt aus dem Jahr 1204. In der Urkunde erscheint der Ort als Sitz der Ritterfamilie von Esleven; der heutige Ortsname wird mit dieser Familie in Verbindung gebracht. Eslohe entwickelte sich im Gebiet der Grafschaft Arnsberg und gehörte bis 1368 zu deren Herrschaftsbereich. Als die Grafschaft in jenem Jahr an den Erzbischof von Köln verkauft wurde, kam Eslohe unter kurkölnische Herrschaft. Diese Wechsel ordnen die Ortsgeschichte in die politischen Veränderungen des Sauerlands im Mittelalter ein.

Pfarrkirche in Eslohe Pfarrkirche in Eslohe Foto: wikipedia

Kirchspiel, Kirche und Ämter

Die Pfarrkirche St. Peter und Paul prägt Eslohes Geschichte seit dem Mittelalter. Ihre Gründung wird in das 11. Jahrhundert eingeordnet und den Grafen von Arnsberg zugeschrieben; Paulus und Petrus sind ihre Schutzpatrone. Geistliche kamen aus dem Stift Meschede, um in Eslohe zu wirken. Zum Kirchspiel gehörten mehrere umliegende Orte. Aus der Zusammenführung seiner Bewohner zu einem gemeinsamen Kirchspielsgericht entwickelte sich die kommunale Gemeinschaft, die den Ort über lange Zeit prägte.

Vom Niederamt zum Amt Fredeburg

Im 16. Jahrhundert arbeiteten in der Gegend Handwerk und Erzverarbeitung eng zusammen. Ein Kupferhammer erhielt sein Erz vom nahe gelegenen Kupferberg bei Meinkenbracht und verarbeitete das Material vor Ort. Eslohe, Schliprüthen und Reiste bildeten ein Niederamt des Amtes Fredeburg. Damit bündelte Eslohe Aufgaben für mehrere Orte und wurde zu einem wichtigen Verwaltungsmittelpunkt der Umgebung. Auch Gerichte und weitere öffentliche Einrichtungen waren hier ansässig.

Während des Dreißigjährigen Krieges wandten sich Einwohner wegen des wiederholten Durchmarschs und der Einquartierung von Soldaten an die zuständigen Gerichte. Beschwerden erreichten 1636 die Regierung in Arnsberg. Die überlieferten Vorgänge zeigen, wie Kriegsereignisse den Alltag vor Ort berührten und welche Rolle die örtlichen Behörden bei der Vermittlung zwischen Bevölkerung und Landesherrschaft hatten.

Herrschaftswechsel um 1800

Um die Wende zum 19. Jahrhundert veränderte die Besetzung des Herzogtums Westfalen die politische Zugehörigkeit Eslohes: Der Ort kam zu Hessen-Darmstadt. In der anschließenden Neuordnung der Bergverwaltung erhielt Eslohe den Sitz des Oberbergamtes, der zuvor in Brilon gelegen hatte. 1811 wurde das Oberbergamt mit dem Esloher Bergamt zusammengeführt. Diese Entwicklung knüpfte an die ältere Bedeutung Eslohes als Amts- und Gerichtsstandort an.

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Kreisstadt und Postverbindungen

Schon 1813 verband eine Postkutsche die Kreisstadt Meschede über Eslohe mit Cobbenrode, Ödingen und Grevenbrück. Der Postdienst wurde später täglich angeboten und machte Eslohe zu einer Station auf einer wichtigen Verbindung durch die Region. 1819 wurde Eslohe Sitz eines neu eingerichteten preußischen Kreises. Die Verwaltung zog anschließend nach Meschede um; der Kreis führte später den Namen Kreis Meschede. So blieb der Ortsname in der Verwaltungsgeschichte erhalten, auch nachdem der Kreissitz verlegt worden war.

Häuser und Güter in der Ortsgeschichte

Zu den historischen Anlagen im Gemeindegebiet zählen Haus Wenne und Haus Blessenohl. Haus Wenne wird erstmals 1317 erwähnt und war Sitz der Herren von Wenne. Das Anwesen wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut; zu seiner früheren Anlage gehörte ein Wassergraben. Haus Blessenohl entwickelte sich von einem Landgut zu einem Rittergut. Beide Orte machen die Geschichte von Grundbesitz und Adel im Umfeld Eslohes anschaulich; weitere Sehenswürdigkeiten in Eslohe ergänzen dieses historische Bild.

Die heutige Gemeinde seit 1975

Die heutige Gemeinde Eslohe (Sauerland) entstand am 1. Januar 1975 im Zuge der kommunalen Neugliederung. Die zuvor selbstständigen Gemeinden Cobbenrode, Eslohe, Reiste und Wenholthausen wurden zusammengeführt. Damit erhielten viele ehemals eigenständige Orte einen gemeinsamen kommunalen Rahmen, während ihre Ortskerne und Geschichte weiterhin eigene Profile besitzen. Das Gemeindearchiv bewahrt unter anderem Ratsprotokolle der vier früheren Gemeinden und des Amtes Eslohe seit 1870. Die Bestände dokumentieren die Arbeit von Rat und Verwaltung und bieten einen Zugang zur Entwicklung des heutigen Gemeindegebiets. Die Gemeinde umfasst 46 Ortschaften und Wohnstätten; für einen Aufenthalt mit Kultur und Radtouren stehen Hotels in Eslohe zur Auswahl.

Die Abfolge von Kirchspiel, Amt, Kreis und heutiger Gemeinde zeigt, wie sich Eslohes Aufgaben im Lauf der Jahrhunderte verändert haben. Kirchen- und Ortsgeschichte, Verwaltung und regionale Verkehrswege ergänzen einander und erklären die historische Bedeutung des Ortes.